Die Stimmen hinter den Rezensionen

Wer schreibt Rezensionen? Wer empfiehlt Bücher? Wer bewertet die Geschichten? Du willst es wissen? Es sind die Ladys.


Anschließend an meinen letzten Beitrag, wo es um Gewalt in den Medien ging, möchte ich hier auf die Leserstimmen eingehen. Die Katze ist ja bereits aus dem Sack: Diese besagten Stimmen sind weiblich. Ich möchte hier nicht die männlichen unterschlagen, die an der Leserunde von "Die Jäger des Nordens" dabei waren, darum behaupte ich mal ganz salopp: 98% aller Rezensionen, die im Selfpublishing nach Veröffentlichung eines Buchs eintrudeln, werden von Frauen geschrieben.


Hier gibt es nun ein paar Richtungen, über die man Behauptungen aufstellen könnte:


1/ Hätten nur Männer die Jäger rezensiert, wäre Brutalität kein Thema gewesen.

Hier müsste natürlich eine Gegenüberstellung von Rezensionen erfolgen, um diese Aussage zu widerlegen. Diejenigen von den Frauen verfassten im Vergleich zu denjenigen von den Herren verfassten. Solange die Männer nicht rezensieren, ist das leider nicht möglich.


2/ Selfpublishing ist bloß ein kleiner Fisch im großen Teich der Buchbranche.

Bedeutet aber nicht, dass es deshalb weniger wichtig ist als Verlagsliteratur. Als Selfpublisher ist man froh um die Bookstagram-Bubble. Die Leidenschaft für Bücher verbindet dort ungemein. Und an dieser Stelle einen Dank an alle Blogger*innen und Rezensent*innen, die aktiv dazu beitragen, die SP-Bücher in die Welt hinauszutragen.


3/ Niemals schreiben alle Käufer*innen eine Rezension. Man kann also gar nicht wissen, ob das Buch letztendlich überwiegend von Männern gekauft wird.

Tja, ist leider so. Darum hier: Männer! Rezensiert gefälligst! :)


Verzwickte Sache. Sind Männer lesefaul? Wo sind die lesenden Männer? Wo sind die #männermitbuch? Jaja, ich weiß schon, die buchbloggenden Jungs auf Instagram kenn ich auch, aber die bringen die Quote auch nicht auf 50%.


"Kenne deine Zielgruppe!", schallt es gerade aus der Marketingabteilung. Jaja, ich weiß schon, aber wie das wirklich gehen soll, bleibt trotzdem für viele ein Rätsel.


Da dachte ich mir, glücklicherweise sind Die Jäger des Nordens nun schon seit ein paar Wochen raus. Also sollte es mir doch gelingen, anhand der Leserstimmen einen Typ zu definieren. Aber bei einem genaueren Blick, scheint das die Verwirrung nur noch mehr anzukurbeln, sodass das Ganze nur mit ein bisschen Übertreibung geschehen kann.


Die Jäger des Nordens haben zwei Typen von männlichen Lesern hervorgebracht. Da gibt es zum einen diejenigen, die keine Rezension schreiben, mir aber mitteilen, dass sie schon finden, dass das Buch eher für Männer sei. Und zum anderen gibt es die Männer, die eine Rezi schreiben, aber offenbar das Buch überhaupt nicht toll fanden. :)

Ah, doch, da ist noch ein dritter. Der "Wann-kommt-das-Hörbuch-raus?"-Typ gibt es auch noch.


Bei den weiblichen Leserinnen scheinen Die Jäger des Nordens ebenfalls drei Typen hervorgebracht zu haben. Da gibt es diejenigen, die 700 Seiten in einem Schnurz inhalieren und Feuer und Flamme sind für einen gewissen Protagonisten. ;) Und es gibt diejenigen, die sich durch 400 Seiten oder (sogar mehr kämpfen), voll kritisch sind, dem Buch entweder trotzdem eine Chance geben und am Schluss hell begeistert sind – ob das an diesem einen gewissen Protagonisten liegt? ;) – oder auf der Zielgeraden doch noch abbrechen und trotzdem eine Rezi schreiben. Alles legitim und auch sehr mutig, denn ich würde es nie wagen, ein Buch zu rezensieren, das ich nicht bis zum Schluss gelesen habe.


Alter, Bildungsgrad oder was da sonst noch in so ein Zielgruppen-Profil reingehört, sind ja dann noch ganz andere Hürden. Ich denke, ich bleibe einfach dabei, dass ich in erster Linie für mich und meine zwei idealen Leser schreibe.

Ideale Leser? Ja, die gibt es wirklich. Einmal männlich und einmal weiblich. Die sind toll! Sie lassen mich schreiben, was ich will, sind bei der Überarbeitung überaus kritisch, helfen mir, wenn ich nicht mehr weiter weiß und motivieren mich, weiterzuschreiben. Und sobald wir drei einer Meinung sind und die Geschichte für gut befinden, werfen wir sie der Meute zum Fraß vor – nachdem Testleser, Lektorin und Korrektorin natürlich ihren Senf dazugegeben haben.


Zerfleischt das Ding! Macht mit ihm, was immer ihr wollt. Ob männlich, weiblich oder was auch immer. Ihr könnt es auch nur zu 30% lesen und eine 5-Star-Rezi raushauen. Ich kümmere mich schon mal um Nachschub. ;)



(mcl)