Worüber schreibe ich eigentlich?

Ich schreibe das, was ich persönlich in so vielen Geschichten vergeblich suche. Was das genau ist, das erfährst du hier.


Während die Young Adult Sparte immer mehr Zuwachs bekommt und das Zielpublikum der YA-Romane sich auch auf die (tatsächlich) jungen Erwachsenen ausgeweitet hat – YA bedient ja eigentlich 12 - 18 Jährige – bediene ich die Erwachsenen. Yup, Young Adult kann mir gestohlen bleiben. Ich interessiere mich nicht für taffe, junge Mädchen, die dennoch dem einen Bad Boy verfallen, weil das irgendwie gerade angesagt ist. Und auch wenn ich zurzeit im Fantasy Genre schreibe, wird man bei mir vergeblich nach Zauberschulen oder magischen Internaten suchen. (Ist mir schon klar, dass ich hier völlig überspitzt alles in einen Topf werfe.)


Ich schreibe über Freundschaft, was sie bedeutet, welche Werte ihr innewohnen, welchen Regeln sie folgt, wo die Grenzen sind und was sie bewirken kann. Verrat und Missbrauch stehen dem Faktor Zeit und Vergebung gegenüber. Und die Frage lautet so oft: Was braucht es, um sie zu zerstören?


Ich schreibe über Gewalt, Krieg und Folter. Ich beschönige nichts. Die Welt ist hässlich und brutal. Doch sie bringt Krieger hervor, die es mit ihr aufnehmen und kämpfen. Meine Figuren werden an ihre Grenzen gebracht, bis sie an der Klippe stehen, und darüber hinaus geschupst. Erst dann zeigt sich, wer stark genug ist, um zu überleben.


Ich schreibe über Drogen, welche Gründe jemand dazu hat, sie zu nehmen, was sie mit ihm machen, mit seinem Umfeld und seinem Leben, und welchen Einfluss sie auf das Denken haben. Was muss geschehen, um eine Sucht zu überwinden? Ich verteufle Drogen nicht und schreibe auch über die positiven Seiten, die sie haben können.


Ich schreibe über Religionen und Mythologien, mische sie neu zusammen, erschaffe Götter, Sagen und Legenden. Erzähle von deren Einfluss auf Kulturen, Lebensgeschichten und Weltanschauungen, die Wirkung falscher Überlieferungen, Hoffnungen, Vorstellungen oder das Zusammenprallen von unterschiedlichen Glaubenssystemen.


Ich schreibe über Erinnerungen, wie sie entstehen, was sie hinterlassen, welchen Einfluss sie auf uns haben und was geschieht, wenn sie plötzlich weg sind. Ihren Wert und ihre Wichtigkeit ist etwas, dem ich mich nicht entziehen kann. Und wer glaubt, ich hätte das Thema mit der Raben Trilogie zum Abschluss gebracht, der irrt sich. ;)


Ich schreibe über Handlungen, Konsequenzen und Schuld. Welchen Preis haben sie? Welchen Preis ist man bereit, zu bezahlen? Und was, wenn man nicht bezahlen kann? Wie schlimm müssen die Konsequenzen sein, dass es nichts gibt, das die Schuld tilgen kann? Und wie geht man mit Schuld um?


Ich schreibe mehrheitlich über männliche Hauptfiguren. Dem Wunsch nach mehr starken Frauen in der Literatur dürfen gern andere nachkommen. Mich nerven die Damen schneller, als dass ich sie lieb gewonnen habe. Sind sie super taff, scheint es mir schnell zu gekünstelt, und viel zu schnell werden sie zu Zicken. Ich vermeide sie natürlich nicht gänzlich. Aber stell dich besser auf männliche Hauptfiguren ein. Und ja, an dieser Stelle passend zu erwähnen, gay ist möglich.


Ich schreibe konfliktgeladene Dialoge, die die Handlung vorantreiben. Zu oft langweile ich mich über Nonsens-Dialoge. Ich strebe nach einem packenden Schlagabtausch, der das Wesen und die Mentalität der Figuren verdeutlicht und deren Motivation und Problematik aufzeigt. Konflikt ist mir wichtig. Er ist definitiv das Benzin, das den Motor zum Laufen bringt.


Ich schreibe über originelle Orte. Worldbuilding ist mir wichtig und auf selbstverständliche Weise tief in meinen Geschichten verankert. Die Welt hat viele Gesichter. Die versuche ich in meinen Geschichten zu zeigen. Dabei bin ich inspiriert von Erfahrungen, die ich auf meinen vielen Reisen gesammelt habe.


Zudem übe ich mich darin, meinen Figuren ALLES wegzunehmen, was ihnen lieb ist. Wer meine Bücher kennt, wird wissen: Es bringt nichts, meine sadistische Ader verbergen zu wollen. ;)


All diese Punkte zusammengerührt in einem großen Topf ergeben einen Larroh-Wälzer – wobei ich derweil versuche, die Seitenzahlen tief zu halten.


Da fehlt noch was, meinst du?


Nein, ich habe die Liebe nicht vergessen. Und ich ignoriere sie auch nicht in meinen Geschichten. Aber Liebe zeigt sich in vielen Formen und Handlungen. Sexszenen gibt es bei mir nur, wenn sie den Plot vorantreiben – außer ich wechsle irgendwann das Genre. Und "Der Kampf um die Liebe", sei es für eine Frau oder einen Mann, ist für meinen Geschmack zu ausgelutscht. Aber keine Angst. In meinen Büchern steckt mehr Liebe, als man auf den ersten Blick vielleicht denken mag.



(mcl)